Elementarlied

 

So leichthin lächelnd - Gesetz darin.

Und es ist eine Welt geronnen.

Den Göttern ist eine Welt gelungen,

Wie mir die meine.

Und ihre Qual,

Denn die haben sie.

Qualen tragen die Schönheit.

Ungeheuer.

Und schaffe nicht auch ich?

Dein blühendes Schicksal.

Dein blauer, tauender Frieden-Himmel lächelt

Schmerzlich geschlossen,

Und peitscht mich wieder hinweg von mir.

Und all meine Lieder trinken bitteres Wasser.

Ruhlos peitschenden Mißklang.

Und röten gereizt üppige Gewitterblumen

Zu hohen Ahnungen auf.

Ihrer Kelche verwegen schwellenden Purpur:

Tief in die Brust.

Brennt nicht ihr böses Feuer

Das böse Feuer des schwarzen Gewebes,

Und ich finde nicht Ruh

In allen den wandernden Wogen

Des auseinander-

Geratenen Meeres.

Und es wälzt mich meine lechzende Seele,

Wie der heiße Leib der Höhe

Rötlich ruhlos

Welkt zusammen die wuchtenden Wälder

Grellaufschreienden Gestades.


Das Gedicht "Kosmos" stammt von (* 1854-09-11, † 1904-04-07).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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