Wer strampelt im Bettchen?

Versteck sich wie′n Dieb?

Das ist der Rumpumpel,

Den haben wir lieb.

Was guckt da für′n Näschen?

Ein Bübchen sitzt dran.

Das ist der Rumpumpel,

Den ziehn wir jetzt an.

Erst wird er gewaschen

Vom Kopf bis zur Zeh;

Er weint nicht, er greint nicht,

Denn es tut ja nicht weh.

Schnell her mit dem Hemdchen:

Da schlüpfen wir fein

Erst rechts und dann links

In die Ärmelchen ′rein.

Fix an noch die Strümpfchen,

Fix an auch die Schuh;

Kommt′s Händchen, schnürt′s Bändchen,

Schon sind sie zu.

Nun Leibchen und Höschen,

Ein Röckchen kommt auch;

Sonst friert dem Rumpumpel

Sein kleiner runder Bauch.

Das Kämmchen kämmt sachte,

Aber still muß man stehn;

Zuletzt noch das Kleidchen,

Der Tausend, wie schön!

Nun geht er und sagt: Guten Morgen


Das Gedicht "Anziehliedchen" stammt von (* 1862-10-31, † 1918-07-09).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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