Ich glaube in alten Tagen,
da liebt ich ein Mägdelein.
Mein Herz ist krank und trübe,
es mag wohl ein Märchen sein.
Ich glaube in alten Tagen,
da sonnte sich einer im Glück,
war ich's oder war es ein andrer,
vergebens sinn ich zurück.
Ich glaube in alten Tagen,
da sang ich, ich weiß nicht was,
hab' ich denn alles vergessen,
seitdem sie mich vergaß?
Das Gedicht "In alten Tagen" stammt von Paul Heyse (1830 - 1914).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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