Geht, ihr meine Tränen, geht

und erweichet der ihr Herze,

die wie eine Klippe steht,

unbewegt von meinem Schmerze,

die das, was mein Herze bricht,

sieht und wills doch sehen nicht!

Fliegt, ihr meine Seufzer ihr,

nehmet eure Kraft zusammen!

Blaset, wie ihr tut bei mir,

auf bei ihr die Liebesflammen,

daß sie, wenn sie sieht auf mich,

lichter Lohe brenn′ als ich!

Meine Boten, so fahrt hin,

schafft mir Rat, so viel ihr könnet,

und vergnüget meinen Sin,

der sich selbsten kaum besinnet!

Bringt nicht ihr mir ihre Gunst,

so ist alle Kunst umsunst.

 


Das Gedicht "An seine Boten" stammt von   (1609 - 1640).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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