Nun muss der Schnee vom Haupt der Berge steigen:

die Sonne giebt ihm länger keine Ruh.

Sie will dir ihre neuen Wunder zeigen,

den Blüthenschnee, verstreut auf allen Zweigen –

das Haupt vor solcher frohen Fülle neigen

musst nun auch du.

 

Schon dampft es von den Höhn zu höchsten Hallen:

ein Zauber überwebt das tiefe Blau.

Es formt sich überm See zu Riesenballen,

nicht lange mehr, da hörst du Donner schallen

und Segensströme auf den Frühling fallen

aus Wolkengrau.


Der Text des Gedichts "Schneeschmelze" stammt von (* 1864-06-03, † 1905-02-11).




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