Weißt Du noch, Du mein toskanisch Kind,

Wie wir im flüsternden Abendwind

Ueber das Meer gefahren,

Bis in der sternespiegelnden See

Fels und Stadt Portovenere

Leise versunken waren?

 

Weißt Du, Luisella, wie liebeberauscht,

Nur von der Fluth und dem Himmel belauscht,

Unsere Seelen sich fanden,

Lippe auf Lippe lodernd gebrannt

Und Du dem Sohn aus dem nordischen Land

Seligst Geheimniß gestanden?

 

Weißt Du auch, daß ich besser nie

Dich hätte gehört in Lerici

Süß zur Guitarre singen?

Nach der Heimath ruft mich neidisch Geschick:

Fahr wohl, fahr wohl, du Traum von Glück –

In Weh will das Herz mir zerspringen.


Das Gedicht "Aus den »Italischen Liedern«" stammt von   (1861 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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