Der weise Schopenhauer spricht –
Und gern betret′ ich seine Spur:
»Ein jedes Menschen Angesicht
Ist ein Gedanke der Natur.«
Es folgt daraus das Eine nur,
Wenn man dem Worte Glauben schenkt:
Daß auch die ewige Natur
Mehr Dummes als Gescheites denkt.
Gedichte
Oscar Blumenthal
Der weise Schopenhauer spricht –
Und gern betret′ ich seine Spur:
»Ein jedes Menschen Angesicht
Ist ein Gedanke der Natur.«
Es folgt daraus das Eine nur,
Wenn man dem Worte Glauben schenkt:
Daß auch die ewige Natur
Mehr Dummes als Gescheites denkt.
Das Gedicht "Zur Physiognomik" stammt von Oscar Blumenthal (1852 - 1917).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.