Wie mag´s einem glücken,

Erfolge zu pflücken?

Hier, unter der Blume,

der Fahrplan zum Ruhme:

Wenn dein erster Akt klar ist,

wenn der zweite Akt wahr ist,

wenn der dritte nicht krank ist,

wenn der letzte nicht lang ist,-

wenn die Reden voll Witz sind,

wenn die Antworten spitz sind,

wenn die Menschen voll Mark sind,

wenn die Aktschlüsse stark sind,

wenn die Sprache gewürzt ist,

wenn der Knoten geschürzt ist,

wenn die Handlung recht bunt ist,

wenn die Lösung gesund ist,

wenn das Spiel voller Glut ist,

wenn die Hörer nicht wild sind,

wenn die Kritiker mild sind, -

wenn im kräft´gen Vereine

du Freunde zur Hand hast

und - vor allem das Eine -

mehr Glück als Verstand hast:

dann brauchst, um zu gelten,

du eins nur am End´,

doch das Eine ist selten...

men nennt es Talent.


Das Gedicht "Wie mag´s einem glücken..." stammt von (* 1852-03-13, † 1917-04-24).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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