Ich will ja nur an Deiner Lippe sterben,

Als Sonnenstaub in Deinem Kuß verfliegen,

Will nur den Schmerz, den tiefen, schweren, herben,

Mit Deines Mundes Lethetrank besiegen.

 

Ich will ja nicht an Deinem Munde saugen,

Nur fromm und gläubig in Dein Antlitz schauen

Und auf dem Strahle Deiner Wunderaugen

Zum Äther hin demant′ne Brücken bauen.

 

Ich will ja nicht in Deinem Aug′ mich sonnen,

Nur Worte tauschen süßer Minnefehde,

Nur rauschen hören Deiner Lippe Bronnen

In sanften Wellen zarter Frauenrede.

 

Ich will ja nicht Dich sehen, küssen, hören,

Ich will ja nur Dein denken im geheimen

Und hoffnungslos der Saite Gold empören

Und mich ergehn in zarten Liebesreimen.


Das Gedicht "Ich will ja nur an Deiner Lippe sterben" stammt von   (1822 - 1847).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte