Karlsruhe, am 25. Jänner 1814.

 

Willkommen mir im jungen Jahr,

Du schönster Schmuck der Erde!

Schließ auf die Augen fromm und klar,

Daß mir es Morgen werde.

 

Drei Güter hat die milde Hand

Der Vorsicht mir gegeben:

Die Freiheit und das Vaterland,

Um dich, mein holdes Leben!

 

Wie glänzen in der Freiheit Strahl

Die Thäler und die Höhen!

Wie wird mein freundliches Gemahl

In ihnen sich ergehen!

 

Der Frühling sendet schon den Hauch,

Die Welt will sich verjüngen;

Drum will ich, süße Herrin, auch

Nun pflanzen, schaffen, singen.

 

Die Waffen leg′ ich willig ab,

Geführt zu Deutschlands Ehren;

In Muschelhut und Pilgerstab

Will dich dein Ritter ehren.

 

Dann wandern wir Land aus, Land ein

Dem Guten nach, dem Schönen,

Und sehen in der Stadt am Main

Den deutschen Kaiser krönen!


Das Gedicht "Zum Geburtstage meiner Herrin " stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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