Drei Güter hat die milde Hand

Der Vorsicht mir gegeben:

Die Freiheit und das Vaterland,

Und dich geliebtes Leben!

 

Wie glänzen in der Freiheit Strahl

Die Thäler und die Höhen!

Wie wird mein freundliches Gemahl

In ihnen sich ergehen!

 

Der Frühling sendet schon den Hauch,

Die Welt will sich verjüngen,

O laß mich, schöne Herrin, auch

Nun reuten, schaffen, singen!

 

Nun hat die deutsche Heldenkraft

Erkämpft die deutschen Ehren,

Nun soll erst fromme Pilgrimschaft

Uns rechte Lust gewähren.

 

Gott wolle dir, geliebtes Weib,

Zur Lust von späten Jahren,

Den ewig blüh′nden süßen Leib,

Die blüh′nde Seele sparen.

 

Wir ziehen froh Land aus, Land ein

Dem Guten nach und Schönen,

Und sehen in der Stadt am Main

Den deutschen Kaiser krönen!


Das Gedicht "Zum Geburtstag seiner Hausfrau 1814" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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