1813.

 

Wer sprenget auf dem stolzen Roß

Bis in die vordern Reihen,

Und will dem Eisen, dem Geschoß

Das muntre Leben weihen?

Das ist ein junger Königssohn,

Der Erbe von dem Preußenthron.

 

Drob zürnet ihm des Königs Muth

Und straft mit mildem Worte:

»Zurück, du junges Zollernblut,

Zum angewies′nen Orte.

Du rascher, junger Königssohn

Mußt erben ja den hohen Thron.

 

O reite junges, edles Wild,

Du ritterlicher Degen, -

Vom Himmel schaut ein sel′ges Bild

Mit Lust nach deinen Wegen,

Die Mutter schützt den Königssohn,

Du erbest doch der Väter Thron.

 

Du wirst uns lang′ im Ehrenfeld

Mit Blick und Schwert regieren,

In späten Jahren, werther Held,

Ein frommes Scepter führen.

Du rascher, lieber Königssohn,

Wir retten auch für dich den Thron.


Das Gedicht "Scene aus der Lützner Schlacht" stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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