December 1814.

 

Du liebes frommes Wesen,

An dem dies Herz genas,

Das ich mir nicht erlesen,

Das mir mein Gott erlas.

 

Du Holde, Schöne, Süße,

Du meines Lebens Stern,

Ich grüße dich, ich grüße

Aus weiter, weiter Fern.

 

Zwei Jahre sind verronnen,

Seit uns Ein Name nennt;

Wer zählet ihre Wonnen,

Wer mißt das Firmament?

 

Sind wir auch fern geschieden,

Die Lieb′ hat süßen Brauch,

Ich fühle deinen Frieden

Und athme deinen Hauch.

 

Ein Schatz wohnt mir im Innern,

Ein Himmel in der Brust,

Ein seliges Erinnern

Vergangner Liebeslust.

 

Die Zukunft auch liegt offen

Vor meinem frommen Blick,

Da spielt ein weites Hoffen,

Ein unbegrenztes Glück.

 

In solchen Liebsgedanken

Verliert er sich so süß;

Einst brechen alle Schranken,

Wir ziehn ins Paradies.

 

Dann sollst du ganz erkennen

Mein Glück und meinen Schmerz;

Wie werd′ ich dann dich nennen,

Mein Schatz, mein Licht, mein Herz.


Das Gedicht "Gruß aus der Fremde" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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