Wir stehen hier aufs Sterben,

Der Tod ist uns ein Spott.

Laß uns den Himmel erben,

Du ewig treuer Gott.

Sind wir gleich voller Schulden

Und ohne großen Ruhm,

Wir sind dein Eigenthum,

Und du bist reich an Hulden.

 

Fern von den Thermopylen

Kommt uns ein ernstes Wort,

Wo wackre Streiter fielen

Als ihres Landes Hort;

Was Heiden haben könnten

Mit festem treuem Muth,

Das höchste sel′ge Gut

Wirst du den Christen gönnen.

 

Die für den Christ gestritten,

Sie scheinen herzuschau′n,

Die Glaubenstod erlitten,

Die Männer, Kinder, Frau′n,

Mit ihren Marterzeichen;

Die sel′ge Zeugenschaar

Scheint auch für unser Haar

Die Palmen herzureichen.

 

Der uns vorangeschritten

Ein Herzog in dem Schmerz,

Der Herr ist in der Mitten

Und spricht an jedes Herz.

Die Welt liegt in den Ketten

Der bösen dunkeln Macht,

Die Hölle zürnt und wacht,

Wer will die Welt erretten?

 

Es ist ein schönes Kriegen

In solchem heil′gen Haß,

Und auch erschlagen liegen

Im grünen kühlen Gras.

All′ Sehnen und all′ Streben,

Wie wird es leicht gestillt,

Bei Feldmusik entquillt

Der Brust das warme Leben.

 

Wir haben uns verschworen

Fürs Heil der ganzen Welt, -

Der wird zum Licht geboren,

Wer heute rühmlich fällt.

Das ist ein leichtes Sterben,

Das ist ein süßer Tod,

Wenn′s gilt aus bittrer Noth

Die ew′ge Lust zu erben.


Das Gedicht "Gebet " stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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