Am 16. Jänner 1808.

 

Die Stürme durchwüthen

Im Winter den Baum;

Doch schlummern wir Blüten

Im seligen Traum.

 

Von Blättern umgeben,

Von Göttern bewacht,

Gedeiht unser Leben

In Winter und Nacht.

 

Wollst Göttin uns pflegen

Mit sonnigem Blick

Und spenden uns Segen

Als unser Geschick.

 

Bald naht, uns entfaltend

Der Lenz, unser Freund,

Ein Leben gestaltend,

Das selten erscheint.

 

O Wesen, gesendet

Von himmlischer Au,

Dein Vaterland spendet

Dir Sonne, dir Thau.

 

Ob wir auch vergehen,

So schnell als der Mai,

Wir duften, wir wehen

Von Lieb′ und von Treu.


Das Gedicht "Die Rosenknospen an ihre Königin " stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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