Am 16. Jänner 1808.
Die Stürme durchwüthen
Im Winter den Baum;
Doch schlummern wir Blüten
Im seligen Traum.
Von Blättern umgeben,
Von Göttern bewacht,
Gedeiht unser Leben
In Winter und Nacht.
Wollst Göttin uns pflegen
Mit sonnigem Blick
Und spenden uns Segen
Als unser Geschick.
Bald naht, uns entfaltend
Der Lenz, unser Freund,
Ein Leben gestaltend,
Das selten erscheint.
O Wesen, gesendet
Von himmlischer Au,
Dein Vaterland spendet
Dir Sonne, dir Thau.
Ob wir auch vergehen,
So schnell als der Mai,
Wir duften, wir wehen
Von Lieb′ und von Treu.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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