1816.

 

Vöglein, einsam in dem Bauer,

Herzchen, einsam in der Brust,

Beide haben große Trauer

Um die süße Frühlingslust.

 

Um das Wandern, um das Fliegen

In dem Thal von Zweig zu Zweig,

Um das Wiegen, um das Schmiegen

An die Liebste warm und weich.

 

Vöglein, singe deine Klagen,

Bis die kleine Brust zerspringt;

Herz, mein Herz, auch du wirst schlagen

Bis dein letzter Ton verklingt.


Das Gedicht "Die gefangenen Sänger" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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