1816.
Auf dem Leinpfad geht sie gern
Längs dem holden Rheine,
Angeblickt vom Abendstern
Einsam und alleine.
Wie der Blick sich hebt und senkt,
Wie die Wünsche schweifen,
Was sie dichtet, was sie denkt,
Kann′s ein Mensch begreifen?
Auf dem Leinpfad geht sie gern
Längs dem holden Rheine,
Denket rückwärts froh und fern
In das Thal der Leine.
Morgenglanz, o Jugendlust,
Sterne, Blumen, Bäume,
Erster Hauch der jungen Brust,
All′ ihr frühen Träume!
Wollet stets das liebe Kind
Auf dem Pfad geleiten,
Spiel′ um sie, du Abendwind,
Wie um Harfensaiten!
Erste Lieb′ und erster Gruß
Aus dem Thal der Leine,
Weht sie an wie Geisterkuß
Auf dem Pfad am Rheine!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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