Es lacht die grüne Wiese,

Es lockt der Sonnenstrahl;

Vom Hügel schaut ein Riese

Ins liebe grüne Thal.

 

Ein edler Heldenschatten

Hat sich der Thurm gebaut,

Und rings die hellen Matten

Sich liebend angetraut.

 

Es stehn die alten Wächter

Dort wo die Wolken ziehn,

Und schauen die Geschlechter

Erstehen und verblühn.

 

Die Monden ziehn vorüber,

Vorüber manches Jahr,

Sie denken immer trüber

An das, was vormals war.

 

Doch steigt nach jener Mauer

Ein zärtlich liebend Paar,

O Heldenliebestrauer!

Dann wirst du mild und klar.

 

Dann scheinen die Gestalten

Der Liebenden erhellt

Vom Wunderglanz der alten,

Der ewig jungen Welt.


Das Gedicht "Der Durlacher Thurm" stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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