Königsberg 1808.

 

Preis dem heil′gen Küstenhüter,

Der die wunderbaren Güter

Uns gereicht aus tiefer Flut!

Bei dem ersten Morgenstrahle

Füllen wir mit Gold die Schale,

Schöpfen wir das Sonnengut.

 

Welch ein Reichthum! Welche Fülle!

Bist uns nah in Geisterhülle,

Heil′ger Vater Adalbert!

 

In das weite Meer versunken,

Von den Wellen eingetrunken,

Ist ein sel′ges altes Land.

Fischer schaun es noch in Träumen,

Tropfen von den Lebensbäumen

Sammeln wir mit reiner Hand.

 

Alle treibt ein gläubig Sehnen,

Und in schwachen Fischerkähnen

Wagen wir die heil′ge Fahrt.

 

Muthig selbst auf Todeswegen

Schiffen wir dem Licht entgegen

Dürstend nach so hohem Preis.

Werden wir hinabgezogen,

Kühlet im Gezelt der Wogen

Unsre Gluten goldnes Eis.

 

In der heil′gen Frühe kommen

Unsre Güter angeschwommen,

Licht und Wasser sind uns hold.


Das Gedicht "Bernsteinfischerlied " stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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