Den 24. Jänner 1813.

 

Schlaf′ in deiner engen Kammer,

Lieber alter Vater, schlaf′,

Glücklich, daß nach langem Jammer

Noch dich frohe Zeitung traf.

 

Dank dir, daß in unsre Herzen

Du der Ehre Muth gelegt,

Der wol Hunger, Durst und Schmerzen,

Knechtschaft nie und Schande trägt.

 

Wenn auch Fremde dich begraben,

Schlaf′ in freier Erde nun,

Lieber Vater, schau′, wir haben

Jetzt ein beßres Werk zu thun.

 

Dann erst, wenn die deutschen Auen

Keine Feinde mehr entweihn,

Wollen wir dein Grabmal bauen,

Schreiben deinen Leichenstein.

 

Oben in den blauen Hallen,

Bei den Vätern weile du,

Unser Waffenruf soll schallen

Bis in deine sel′ge Ruh′.


Das Gedicht "Bei seines Vaters Tod" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte