1813.

 

Nun hab′ ich dich gesehen,

Du hohes Heldenhaupt,

In fernen, sel′gen Höhen,

Von frischem Kranz umlaubt.

 

Apollo′s goldner Bogen

Der Stirne lichter Bau,

Ein Firmament, umzogen

Von ewig klarem Blau.

 

Das milde, weise Lächeln,

Das um die Lippe wallt,

Wie linder Weste Fächeln

Zu mildern die Gewalt.

 

Wie traten aus dem Dunkeln

Die Formen klar und rein,

Die Blicke sah ich funkeln

Wie goldner Sterne Schein.

 

Mit Worten dich zu grüßen,

Hat Stolz mich nie verführt,

Die Hand nur möcht′ ich küssen,

Die so die Saiten rührt.

 

Du Herzog sonder Gleichen,

Du sel′ger Dichterfürst,

Der du in deinen Reichen

Doch ewig herrschen wirst!

 

O laß dir′s noch gefallen

Hienieden gern und lang;

Auch in des Aethers Hallen,

Tönt ja nur dein Gesang.


Das Gedicht "An Goethe" stammt von   (1783 - 1817).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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