Am 16. Jänner 1808.

 

O schmücke dich mit heiligem Geräthe,

Gemach, das einen Himmel bald umhüllt,

Das bald, wie Duft an einem Rosenbeete,

Die Herrliche mit ihrer Gottheit füllt.

Die Königin von allen Königinnen,

Sie will hier schlummern, will dich liebgewinnen.

 

Noch größern Ruhm, Gemach, sollst du erringen,

Den keine Zunge, ein Gesang erreicht,

Ein Lichtglanz soll aus deinen Mauern dringen,

Der einzig Ihr an Götterschönheit gleicht.

Es schaut in stillem, gläubigem Entzücken

Ein treues Volk nach dir mit Hoffnungsblicken.

 

Wol tausend Ritter möchten dich bewahren;

Dein beßrer Hüter ist der Geist in dir.

Es fliehen fern die Schrecken, die Gefahren -

Des Ortes Heiligkeit verjagt sie hier,

Und alle Genien und Götter stellen

Als Richter sich an dieses Tempels Schwellen.


Das Gedicht "An ein Gemach" stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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