Den 29. März 1816.

 

Was schaust du mich so freundlich an,

O Bild aus weiter Ferne,

Und winkest dem verbannten Mann?

Er käme gar zu gerne.

 

Die ganze Jugend thut sich auf,

Wenn ich an dich gedenke,

Alls ob ich noch den alten Lauf

Nach deinem Hause lenke.

 

Gleich einem, der ins tiefe Meer

Die Blicke läßt versinken,

Nicht sieht, nicht hört, ob um ihn her

Viel tausend Schätze winken;

 

Gleich einem, der am Firmament

Nach fernem Sterne blicket,

Nur diesen kennt, nur diesen nennt,

Und sich an ihm entzücket:

 

Ist all mein Sehnen, all mein Muth

In dir, o Bild, gegründet,

Und immer noch von gleicher Gluth,

Von gleicher Lust entzündet.


Das Gedicht "An ein Bild" stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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