O könnt′ ich zu dir fliegen,
Ein Vögelein, in Eil,
An deine Brust mich schmiegen,
Da träfe mich kein Pfeil.
O gält es nur zu schwimmen
Durch wilde, weite See,
Oder hinan zu klimmen,
Die steilste Felsenhöh!
Das wäre wol ein Leichtes
Um solch ein Himmelsgut.
Allein kein Blick erreicht es,
Kein Wünschen und kein Muth.
Doch muß ich stets mich wenden
Zu deiner Gegend hin,
Und immer Grüße senden
Voll treuem Liebessinn.
Das Gedicht "Am 30. September 1813 - O könnt′ ich zu dir fliegen..." stammt von Max von Schenkendorf (1783 - 1817).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte