O könnt′ ich zu dir fliegen,
Ein Vögelein, in Eil,
An deine Brust mich schmiegen,
Da träfe mich kein Pfeil.
O gält es nur zu schwimmen
Durch wilde, weite See,
Oder hinan zu klimmen,
Die steilste Felsenhöh!
Das wäre wol ein Leichtes
Um solch ein Himmelsgut.
Allein kein Blick erreicht es,
Kein Wünschen und kein Muth.
Doch muß ich stets mich wenden
Zu deiner Gegend hin,
Und immer Grüße senden
Voll treuem Liebessinn.
Das Gedicht "Am 30. September 1813 - O könnt′ ich zu dir fliegen..." stammt von Max von Schenkendorf (* 1783-12-11, † 1817-12-11).
Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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