Ein frischer Wind mag deine Segel schwellen,

Du wackrer frommer Held!

Dich tragen stolz die leichten Wellen

Nach deiner neuen Welt.

 

Schon hebt sie sich in Werdetags-Entzücken

Aus freiem Ocean,

Wie sie einst lag vor Colons Blicken

Und in Las Casas Plan.

 

So zog Aeneas aus mit seinen Göttern

Und baut′ am Tiberstrom,

Zum Trutz den Feinden und den Spöttern,

Dein Haus, o Fürstin Rom.

 

So flohn der Weisen und der Künstler Schaaren

Einst aus dem Orient,

Verscheucht von Lanzen der Barbaren

Zum sanften Occident.

 

Ein Priester rettest du den Sonnenfunken,

Der hier schon halb verglüht,

Daß er, von Lebenslüften trunken,

Dort neue Flammen sprüht.

 

Ach! Kraft und Weisheit sind aus unsern Landen

Zum Plata hingeflohn,

Und statt der Alpen wählt die Anden

Die Freiheit sich zum Thron.


Das Gedicht "Als der Prinz von Brasilien Europa verließ" stammt von (* 1783-12-11, † 1817-12-11).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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