Das ist ein Musiziren

Im Wald und in dem Hain;

Wer soll die Lust verlieren

Und da nicht fröhlich sein?

Auf! laßt uns ziehn mit Sang

Den grünen Wald entlang!

 

Die weißen Blüthenflocken,

Der Blumen süßen Duft,

Der Vögel selig Locken

In warmer Frühlingsluft:

Das kann uns Niemand nehmen,

O laß, o laß das Grämen!

 

Ob bei geringer Habe

Ihr in der Hütte wohnt,

Ob bei des Reichthums Labe

In gold′nen Sälen thront,

Ruft es mit lautem Schalle:

Der Lenz ist für uns Alle!

 

Bald kommt er doch ja wieder,

Der Winter, rauh und kalt,

Wann all′ die hellen Lieder

Verklungen und verhallt:

Dann können wir beweinen

Verlor′nen Lenzes Scheinen!

 

Jetzt aber laßt uns lauschen,

Was er uns Frohes sagt,

Von dem die Ströme rauschen,

Und mit dem jauchzt und klagt

Das All auf jeder Spur:

Dem Geiste der Natur!


Das Gedicht "Lenzgefühl" stammt von   (1854 - 1889).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte