Nun löst ein blauer Tag den andern ab,
Sie kommen wie Hochzeitslader den Berg herab
Mit Heckenrosen am Hut und feuervergoldetem Stab.
Die Sonne fährt als Prunkkarosse hin,
Statt Pferde tausend Wünsche an ihr ziehn,
Und jedem sitzt die Schönste in der Sonne drin.
Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende,
Nur Sonnenstunden reichen sich die Hände,
Es sieht das Aug′, ins Aug′ verliebt, durch alle Wände.
Das Gedicht "Kein Tag hat Anfang mehr noch Ende" stammt von Max Dauthendey (1867 - 1918).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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