In Felsen kauert die Seele.

Sie lauscht ihrem Atem,

Und atmet ihre Gedanken.

Aber die Ruhe allein gibt ihr nicht die Kraft,

Sie saugt ihre Kraft aus der Erschöpfung,

Aus dem Vertönen erschlaffender Kräfte.

 

Das Meer wälzt seine Berge um die Stille,

Und ihre Einsamkeit umbrüllen die Wellen,

Über die Felsen fliegt gieriger Schaum,

Er netzt nicht, - er zerspringt in Luft -

Kein Hauch berühret die Seele.

Und dann, ein Tag! Ein Jahr! Ein Jahrhundert!

 

Kein Zeitraum, der den Triumph einer Sekunde umfassend erschöpfe,

 

Die Felsen wanken, bersten, zerkrachen.

Das Echo sprengt splitternd die Lüfte,

Spaltet die Ruhe, schleudert Berge empor,

Und schroff auf, wild im Flammensprung,

Im begeisterten Arme die Fackel,

Gebärt das Genie sich dem Lichte!


Das Gedicht "Die Geburt des Genies" stammt von   (1867 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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