Die Dezembernacht geht warm ins Land,

Wetterleuchten flackt in stummer Ferne.

Und die dunkelglatte Himmelswand,

Überblinkt von Stichen starker Sterne.

 

Dort das gelbe Lämplein leuchtet kaum

Klein am Boden einer armen Klause.

Offen steht die Tür in Nacht und Raum.

Einer betet halblaut in dem Hause.

 

Manchesmal ein Menschenschatten liegt

Vor mir lang im grauen Sand der Straße.

Manchmal fällt mich an ein Duft und fliegt

Aus der Bäume hoher Kronenmasse.

 

Und ich ahne, dort im Dunkel lebt

Vieles, das verborgen sich geboren,

Davon Freude süß vorüberschwebt.

Und die Nacht lacht leis zu meinen Ohren.


Das Gedicht "Dezembernacht" stammt von   (1867 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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