Vom Himmel kam der Engel Schar,
erschien den Hirten offenbar.
Sie sagten ihn': «Ein Kindlein zart,
das liegt dort in der Krippe hart

zu Bethlehem, in Davids Stadt,
wie Micha das verkündet hat.
Es ist der Herre Jesus Christ,
der euer aller Heiland ist.

Des sollt ihr billig fröhlich sein,
daß Gott mit euch ist worden ein.
Er ist gebor'n eu'r Fleisch und Blut;
eu'r Bruder ist das ewig Gut.

Was kann euch tun die Sünd und Tod?
Ihr habt mit euch den wahren Gott.
Laßt zürnen Teufel und die Höll:
Gotts Sohn ist worden eu'r Gesell.

Er will und kann euch lassen nicht,
setzt ihr auf ihn eu'r Zuversicht.
Es mögen euch viel' fechten an:
Dem sei Trotz, der's nicht lassen kann.

Zuletzt müsst ihr doch haben recht.
Ihr seid nun worden Gotts Geschlecht.
Des danket Gott in Ewigkeit,
geduldig, fröhlich allezeit.»


Das Gedicht "Vom Himmel kam der Engel Schar" stammt von   (1483 - 1546).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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