Mitten wyr ym leben sind

mit dem tod vmbfangen

Wen suchen wyr der hulffe thu

das wyr gnad erlangen

Das bistu Herr alleyne

vns rewet vnser missethat

die dich Herr erzurnet hat

Heyliger herre Gott

Heyliger starcker Gott

Heyliger barmhertziger Heyland

du ewiger Gott

las vns nicht versincken

ynn des bittern todes not

Kyrieleyson.

 

Mitten ynn dem tod anficht

vns der Hellen rachen

Wer will vns aus solcher not

frey vnd ledig machen

Das thustu Herr alleyne

Es iamert deyn barmhertzikeyt

vnser klag vnd grosses leyd

Heyliger Herre Gott

Heyliger starcker Gott

Heyliger barmhertziger Heyland

du ewiger Gott

las vns nicht verzagen

fur der tieffen hellen glut

Kyrieleyson.

 

Mitten ynn der Hellen angst

vnser sund vns treyben

Wo soln wyr denn flihen hyn

da wyr mugen bleyben.

Zu dyr herr Christ alleyne

Vergossen ist deyn thewres blut

das gnug fur die sunde thut

Heyliger Herre Gott

Heyliger starcker Gott

Heyliger barmhertziger Heyland

du ewiger Gott

las vns nicht entfallen

von des rechten glaubens trost

Kyri.


Das Gedicht "Mitten wyr ym leben..." stammt von   (1483 - 1546).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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