Hochdeutsch

Mitten wir im Leben sind
mit dem Tod umfangen.
Wer ist, der uns Hilfe bringt,
dass wir Gnad erlangen?
Das bist du, Herr, alleine.
Uns reuet unsre Missetat,
die dich, Herr, erzürnet hat.

Heiliger Herre Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger barmherziger Heiland,
du ewiger Gott:
lass uns nicht versinken
in des bittern Todes Not.
Kyrie eleison.

Mitten in dem Tod anficht
uns der Hölle Rachen.
Wer will uns aus solcher Not
frei und ledig machen?
Das tust du, Herr, alleine.
Es jammert dein Barmherzigkeit
unsre Klag und großes Leid.

Heiliger Herre Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger barmherziger Heiland,
du ewiger Gott:
lass uns nicht verzagen
vor der tiefen Hölle Glut.
Kyrie eleison.

Mitten in der Hölle Angst
unsre Sünd’ uns treiben.
Wo solln wir denn fliehen hin,
da wir mögen bleiben?
Zu dir, Herr Christ, alleine.
Vergossen ist dein teures Blut,
das g’nug für die Sünde tut.

Heiliger Herre Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger barmherziger Heiland,
du ewiger Gott:
lass uns nicht entfallen
von des rechten Glaubens Trost.
Kyrie eleison.

Original

Mitten wyr ym leben sind
mit dem tod vmbfangen
Wen suchen wyr der hulffe thu
das wyr gnad erlangen
Das bistu Herr alleyne
vns rewet vnser missethat
die dich Herr erzurnet hat
Heyliger herre Gott
Heyliger starcker Gott
Heyliger barmhertziger Heyland
du ewiger Gott
las vns nicht versincken
ynn des bittern todes not
Kyrieleyson.

Mitten ynn dem tod anficht
vns der Hellen rachen
Wer will vns aus solcher not
frey vnd ledig machen
Das thustu Herr alleyne
Es iamert deyn barmhertzikeyt
vnser klag vnd grosses leyd
Heyliger Herre Gott
Heyliger starcker Gott
Heyliger barmhertziger Heyland
du ewiger Gott
las vns nicht verzagen
fur der tieffen hellen glut
Kyrieleyson.

Mitten ynn der Hellen angst
vnser sund vns treyben
Wo soln wyr denn flihen hyn
da wyr mugen bleyben.
Zu dyr herr Christ alleyne
Vergossen ist deyn thewres blut
das gnug fur die sunde thut
Heyliger Herre Gott
Heyliger starcker Gott
Heyliger barmhertziger Heyland
du ewiger Gott
las vns nicht entfallen
von des rechten glaubens trost
Kyri.


Das Gedicht "Mitten wir im Leben sind" stammt von   (1483 - 1546).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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