Der starre Winter wich dem Sonnenkuß,
Im Hauch des Lenzes knospte Blüt' um Blüte,
Da sandtest du mir einer Ostergruß
Aus mild versöhntem, freundlichen Gemüthe.

"Wie alles blühend jetzt entsproßt dem Grund,
Was stumm die Erde tief in sich getragen,
So werde meine Liebe neu dir kund
Im Frühling, in den hellen Ostertagen.

In deinem Sinne will ich auferstehn,
Denn immer schlägt mein Herz dir warm entgegen,
Und bis wir einst uns freudig wiedersehn,
Sei Gott mit dir auf allen deinen Wegen!"

- Und an des Osterfestes Morgenrot,
Als feierlich die ersten Glocken klangen,
Und deine Botschaft kam - - - da warst du tot!
Ich hatte deinen letzten Gruß empfangen.


Das Gedicht "Ein Osterfest" stammt von   (1844 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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