Nun lehrst du mich das Letzte: lehrst zu gehn -

O schwerer Abschied! - kleine Insel, Land,

Das mir erwuchs: ich küsse deinen Strand.

In dich gebettet, in dir zu bestehn

Wie sehnt ich mich! Wir waren eins geworden

In langer Liebe: Meine Seele strich

Rauschend durch deine Wälder, stürzte sich

Brausend in deine Flüsse, sang in Worten

Tief aus dir atmend auf. O Reich, verliehen

Mir, ins Verwandte tief verwandt zu reichen:

O Leib aus Erde, Wasser, Salz, Gestein!

Und nun Verbleichen, abendliches Weichen

In das Gewesene - o daß uns kein

Verweilen ward! Daß Ewigkeit uns nur,

Verwandelten, ein schmales Teil mag sein;

Dem ewig Gehenden ewige Spur.


Das Gedicht "Robinson nimmt Abschied von der Insel" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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