Dir unterm Fuß,

Zwischen den Ufern Schreitender, spannt

Sich der Brücke gewölbter Bogen.

 

Und eine Möwe,

Wie ein Gedanke fernher blitzend,

Schießt auf dich ihre blendende Bahn.

 

Eine Sekunde

Stößt ihr Auge in deines, greift

Dich der weißen Schwinge Umarmung.

 

Eine Sekunde

Hebt dich der Flug, trägt dich der Geist,

Der schwerelose, brausend empor.

 

Es weht dich an

Der unendliche Raum, es rauscht

Freiheit dir unermeßlich ums Haupt.

 

Wie ein Gedanke

Der weiße Vogel, fernhin sich windend,

Und kehrt dir einmal wieder vielleicht

 

Solange noch

Von Ufer zu Ufer, Wanderer, dich

Der Brücke schweigender Bogen trägt.


Das Gedicht "Möwe über der Brücke" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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