Durch allen Tag muß ich Dich suchend gehn

Und ist so viel, was rings Dich mir verheißt,

Mich mit Gewißheit Deiner schimmernd speist:

Ein Vogelrufen, Glanz des Golds, Kakteen,

 

Schnee, ach, und Geige, die gesehn Dich haben,

Fahnen der blanken Städte, Windeswehn -

Starbst Du in einer Sonne Untergehn?

War dies Dein Schrei in wehem Spiel der Knaben?

 

Ich wandre durch Taifun, kristallnen Strahl der Seen,

- Vielleicht, daß Dich ein Duft gefunden macht? -

Durch schwarze und die silbernen Alleen,

 

Durch Jenen, der geweint, und Den, der lacht, -

Durch allen Tag muß ich Dich suchend gehn,

Zu Dir noch wandert purpurn Pfad der Nacht.


Das Gedicht "Fährte" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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