Weit, weit ..

weiße Tiefen,

kein Unten, kein Oben,

weit, weit ...

Nicht Töne, kein Pulsen,

nicht Licht, nicht Schatten,

weit, weit ...

weiße Tiefen,

ringgleich geschlossen

kein Unten, kein Oben,

weit, weit .....

Aus der Mitte des Kreises

gähnen zwei Höhlen,

Höhlen, spottend

irdischen Raummaßes.

Ungeheuere Höhlen:

Jahves Augen ...

Brennend quillt aus ihnen

sein Wille hinaus,

sein Wille,

die große Farbe,

in der entsetzlichen Winterlandschaft

die einzige Farbe ...

Wenn sie sich schlössen

diese Augen? ...


Das Gedicht "Gesicht" stammt von   (1859 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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