Sie rechnen viel und zählen,
Und eins ist doch nur not.
Sie sorgen stets und quälen
Sich nur ums Erdenbrot.
Sie schaffen, tauschen, wählen,
Und bald kommt doch der Tod,
Der ihre Güter stehlen,
Vernichten wird - o Not!
Drum laßt das Sorgen, Quälen
Und denkt ans Himmelsbrot.
Habt kurze Zeit zum Wählen:
Heut rot und morgen tot.
So laßt das Rechnen, Zählen,
Begreift: "Nur eins ist not",
Und denkt an eure Seelen
Und denkt an Gott und Tod.
Das Gedicht "Unbegreiflich" stammt von Luise Hensel (1798 - 1876).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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