Geschieden ist die Sonne,

Kein Blümlein mehr mag blüh′n,

Und nur des Epheus Blätter

Schmückt noch ein sanftes Grün.

 

Und freudig uns′re Seele

Darauf die Hoffnung baut,

Daß es nach ödem Winter

Den Frühling wieder schaut. -

 

So wird der bangen Seele

Die tiefer Schmerz erfüllt,

Im Lebensgrün der Hoffnung

Ein neuer Trost enthüllt.

 

Ein Frühling lacht ihr wieder,

Und Blumen pflückt die Hand,

Fällt manche Wehmuthsthräne

Auch auf des Kelches Rand.

 

Und wie der Epheu innig

Sich Rank′ an Ranke schmiegt,

So wird die Seele stiller

An Freundes Herz gewiegt.


Das Gedicht "Sanfter Trost" stammt von   (1821 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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