Lorenzo folgt dem allgemeinen Drange,

Er tritt herein, er schaut die Engelreine,

Rings um sie her kein Auge, das nicht weine -

 

Da schlägt das Herz im Busen ihm so bange,

Und ihm wird klar, was er gesucht so lange!

 

Vor dieser todten Schönheit heil′gem Schreine,

Bei diesem Weh trifft′s ihn mit Blitzesscheine,

 

Und seine Seele löst sich im Gesange.

Wie jach ein Stern hervorbricht aus der Nacht,

 

Wird Poesie sein unbestimmtes Träumen -

Ein Dichter zieht er fort aus diesen Räumen.

 

So unvergänglich ist des Schönen Macht,

 

So muß sein Anblick selber noch im Sterben

Zu neuem Leben neue Schönheit werben!


Das Gedicht "Lorenzo di Medici (2)" stammt von   (1821 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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