Die niedren Hütten, wie die stolzen Hallen
Firenze′s sind erfüllt von Gram und Schweigen,
Die schönste Jungfrau, edel sonder Gleichen,
Die dort gewohnet, ist dem Tod gefallen,
Zu ihrer Bahre Ströme Volkes wallen;
Ein Jeder will vor ihr die Kniee neigen,
Ihm däucht an dieser lieblichsten der Leichen,
Es sei der Schönheit Reich mit ihr zerfallen,
Denn, wie die Sonne, eh′ sie niedergeht,
Noch ihre vollste Gluth der Erde sendet,
Im letzten Blick den höchsten Reiz verschwendet -
So hat im Leben selbst sie nie umweht
Ein solcher Zauber, solcher Schönheit Fülle,
Als schadenfroh der Tod leiht ihrer Hülle!
Das Gedicht "Lorenzo di Medici (1)" stammt von Luise Büchner (1821 - 1877).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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