Waldnacht! Jagdlust!

Leis′ und ferner

Klingen Hörner,

Hebt sich, jauchzt die freie Brust!

Töne, töne nieder zum Thal,

Freun sich, freun sich allzumal

Baum und Strauch beim muntern Schall.

 

Kling′ nur Bergquell!

Epheuranken

Dich umschwanken,

Rieseln durch die Klüfte schnell!

Fliehet, flieht das Leben so fort,

Wandelt hier, dann ist es dort, -

Hallt, zerschmilzt ein luftig Wort.

 

Waldnacht! Jagdlust!

Daß die Liebe

Bei uns bliebe,

Wohnen blieb′ in treuer Brust!

Wandelt, wandelt sich allzumal,

Fliehet gleich dem Hörnerschall: -

Einsam, einsam grünes Thal.

 

Kling′ nur Bergquell!

Ach, betrogen -

Wasserwogen

Rauschen abwärts nicht so schnell!

Liebe, Leben, sie eilen hin,

Keins von beiden trägt Gewinn: -

Ach, daß ich geboren bin!


Das Gedicht "Waldlied" stammt von   (1773 - 1853).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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