Das Rädchen
Dreht munter
Das Fädchen
Hinunter:
Wo weilst du
O Lieber
Was eilst du
Fern über?

Und sinn′ ich Tagelang
Und spinn′ ich Wochenlang,
Bist du mein einz′ger Gedank. –

Bald seh′ ich Seen,
Wenn′s Rädchen surrt,
Indem es schnurrt
Erscheinen Feen.

Und Er geleitet
Ist unter ihnen:
Wie stolz er schreitet!
Ihm Geister dienen.
Dann fliegt er fröhlich
Durch Abendröte,
Es tönt so seelig
Die Schäferflöte:
Dann wünsch′ ich Schwingen
Zu ihm zu fliegen,
Aufwärts zu springen
In Wolken die Flügel zu wiegen.


Der Text des Gedichts "Die Spinnerin" stammt von (* 1773-05-31, † 1853-04-28).




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