Das Rädchen
Dreht munter
Das Fädchen
Hinunter:
Wo weilst du
O Lieber
Was eilst du
Fern über?
Und sinn′ ich Tagelang
Und spinn′ ich Wochenlang,
Bist du mein einz′ger Gedank. –
Bald seh′ ich Seen,
Wenn′s Rädchen surrt,
Indem es schnurrt
Erscheinen Feen.
Und Er geleitet
Ist unter ihnen:
Wie stolz er schreitet!
Ihm Geister dienen.
Dann fliegt er fröhlich
Durch Abendröte,
Es tönt so seelig
Die Schäferflöte:
Dann wünsch′ ich Schwingen
Zu ihm zu fliegen,
Aufwärts zu springen
In Wolken die Flügel zu wiegen.
Das Gedicht "Die Spinnerin" stammt von Ludwig Tieck (1773 - 1853).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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