Kamerad, Sie sitzen in Ihrem Zimmer allein, unter Menschen schweigen Sie still.

Aber ich weiß meine stummen Kameraden hunderttausend auf der Welt, zu denen ich reden will.

 

Wir waren noch klein, da erhob zu uns die Erde ihr bergiges Schmerzensgesicht,

In unsre Zehen bebte fernes Geländ, von Sturz und Strudel ums Licht.

 

Die Menschen in schlaffer Geilheit und träg liebten die Erde nicht mehr,

Aber die Erde schrie, wir hörten sie nicht, und sie donnerte Zeichen her.

 

O mein Freund, glauben Sie nicht, was ich Ihnen sagen werde, sei neu oder interessant.

Alles, was ich Ihnen zurufe, wissen Sie selbst, aber Sie haben es nie aus rundem Mund laut bekannt.

Sie haben es zugedeckt. Ich will Sie erinnern. Ich will Sie aufrufen.

Denn Gott rief die Erde für uns alle auf. Seine Stimme hauchte aus dem Untermeer Vulkan, der in der Südsee in die Luft flog.

Die kleine Kraterinsel Krakatau stieß den brennenden Atem Gottes aus der Erde.

Explosion. Der Ozean spritzte über die Erde, unvergessen in dreißig Menschenjahren.

Neues Menschengeschlecht, und das Jahrhundert war lang zu Ende.

Aber aus dem Pacific brannte der Feuerwind des Krakatau in unsere Herzen.


Das Gedicht "Das himmlische Licht" stammt von   (1881 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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