Bandwurmstrophen, göttliche Terzinen

Oder auch geharn-ischte Sonette,

Lass′ ich los, das eigne Versmas preisend,

Aus Petrarka, Dante, Göthe weisend,

Platen jedenfalls in Wunderglätte,

Meisterbrief ausstellend Allen ihnen,

Deutsches hold mit Wälschestem verschweißend,

Zählend kunstverwandte Musenstädte,

Gold vermählend dem Ultramarinen,

Plaudernd über Tizian′s Palette,

Etwas überflüssig um mich beißend,

Als ob man mich angetastet hätte -

Werd′ ich schließlich stumm,

Steh′ vor hohem Publikum

Da mit stolzen Bettlermienen.


Das Gedicht "Der Aesthetische" stammt von   (1827 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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