Schwestern helft mir tragen
Meinen großen Schmerz,
Oder laßt mich klagen
Wie ein redlich Herz!
Nimmerwiederbringen
Könnt ihr mir den Freund;
Will mich schon bezwingen,
Hab ich ausgeweint.
Leben einzuhauchen,
Euerm Trost gebricht;
Aus den lieben Augen
Flamme losch und Licht.
Von den lieben Wangen
Floh das muntre Roth -
Er ist hingegangen
In den bittern Tod.
Herrlich und in Freuden
Lebten Herz und Geist,
Wußten nicht, was Leiden
Und Entbehren heißt.
In uns selber fanden
Wir Ersatz und Lust,
Lust und Hoffnung schwanden
Nimmer aus der Brust.
Darum will ich klagen,
Darum traurig sein,
Denn in künftgen Tagen
Weiß ich mich allein.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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