Was ist der armen Nachtigall

Denn angekommen?

Der Flötenstimme süßer Schall

Klingt so beklommen.

Verstummen möchte ganz und gar

Die Holde, ach sie fühlt es klar -

Dahin dahin ihr Hoffen!

Sie weiß sich übertroffen.

 

Was fürchtet sich die Lerche vor

Des Waldes Spöttern?

Zum Himmel nimmer jauchzt empor

Ihr lieblich Schmettern.

Sie flieht der Sonne goldnen Gruß,

Denn ihre Kunst macht ihr Verdruß -

O seelenbittre Stunden!

Sie fühlt sich überwunden.

 

Was hat um seine Lust am See

Den Schwan betrogen?

Er rudert nimmer auf der Höh

Der vollen Wogen;

Er trauert hin am Ufer müd -

Sein unvergänglich Schwanenlied,

Sein sterbesüßes Singen

Wird es ihm einst gelingen?

 

Ach Elsa, Elsa dein Gesang

Schuf solche Klagen,

In deiner Stimme Zauberklang

Läßt sie verzagen!

Entzückend - wie du selbst nur bist,

Der Liebreiz deiner Lieder ist

Nimm hin die Huldigungen!

Du hast auch mich bezwungen.


Das Gedicht "Als sie sang" stammt von   (1827 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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