Frauenliebe ist die Quell' im Tale,
Die, ob Eis sie noch so fest umschließt,
Bei dem ersten warmen Sonnenstrahle
Wieder reicher wallend, sich ergießt.
Frauenlieb' ist gleich dem Rosenstrauche,
Ob ihm Nord und Sturm die Blüten raubt,
Bei dem ersten warmen Frühlingshauche
Hebt, auf's neu erblühend, er das Haupt.
Frauenlieb' ist gleich dem Abendsterne,
Scheint vergebens er auch tausendmal,
Ruhig harrt er in der blauen Ferne,
Bis ein liebend Aug' erkennt des Strahl.
Frauenliebe ist die Philomele,
Die verwundet auch im Käfig singt;
Frauenliebe ist die Frauenseele,
Die unsterblich über's Grab sich schwingt.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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