Es schaute in die Wogen
Die Maid im Abendschein,
Da hat der Neck gezogen
Sie in die Flut hinein.
Sie sitzt in klaren Hallen,
Auf goldigem Bernsteinthron
Und trägt von roten Korallen
Eine steinerne Dornenkron′.
Die Wasser wogen und rauschen
Um all die tote Pracht:
"Ach, könnt′ ich noch einmal lauschen,
Wann Morgens der Hain erwacht!"
Der Mond scheint in die blauen
Wellen mit sanftem Licht:
"Ach, könnt′ ich noch einmal schauen
meiner Mutter Angesicht!"
Die Strudel rollen und tosen
In wunderbar tiefem Sang:
"Ach, hört′ ich noch einmal der Orgel,
Der Kirchenglocken Klang!"
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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