Es schaute in die Wogen

Die Maid im Abendschein,

Da hat der Neck gezogen

Sie in die Flut hinein.

 

Sie sitzt in klaren Hallen,

Auf goldigem Bernsteinthron

Und trägt von roten Korallen

Eine steinerne Dornenkron′.

 

Die Wasser wogen und rauschen

Um all die tote Pracht:

"Ach, könnt′ ich noch einmal lauschen,

Wann Morgens der Hain erwacht!"

 

Der Mond scheint in die blauen

Wellen mit sanftem Licht:

"Ach, könnt′ ich noch einmal schauen

meiner Mutter Angesicht!"

 

Die Strudel rollen und tosen

In wunderbar tiefem Sang:

"Ach, hört′ ich noch einmal der Orgel,

Der Kirchenglocken Klang!"


Das Gedicht "Es schaute in die Wogen" stammt von   (1803 - 1872).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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