»Mon âme voltige sur les parfums ...« (Baudelaire.)

 

Ich will aus schwerem Duft und Sünden

Ein süsses Zauberreich begründen.

Und tödten will ich Schmerz und Seele.

Und glücklich sein, wenn ich dich quäle!

Sieh′, droben die zitternden, grausamen Sterne,

Die gähnende, schwindelnde, ewige Ferne,

Und alles, was oft mich durchgraut und umflirrt,

Und was die Gedanken zum Wahnsinn verwirrt -

Es will mich erfassen, durchfiebern, umkrallen...

O! lass′ die Gardine, die rauschende, fallen!

Und lehn′ dich so träg′ an den weiten Kamin

Ge′nüber der Ottomane hin!

Ich will mich in die Seide schmiegen,

Den Kopf so müde seitwärts biegen,

Wie du es liebst ...

Zurückgelehnt.

Ganz still und schmerzlich süss versehnt,

Umhaucht von fliederheller Seide,

Umzuckt von flackerndem Geschmeide,

Berauscht von dem eig′nen berauschenden Leib ...

Ganz Schönheit und Lächeln ... und Märchen und Weib ...

Die Ampel webt ihren blassrothen Schein,

Das Feuer knistert so heimlich darein,

Aus all den zärtlichen Falten quillt

Ein lähmend süsser Hauch, und schwillt

Die rothe Luft ... so eng, so heiss ...

Du starrst mich trostlos an ... ich weiss!

Mein Duft, und wie ich oft gelacht,

Das hat dich so trostlos ... so elend gemacht!


Das Gedicht "Parfum Tubéreuse" stammt von   (1877 - 1897).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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